Vereinigung Hildesheimer Schiffsmodellbauer
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Baubericht Shannon Class im Maßstab 1:72 von Airfix

(Fertigstellung April 2026, gebaut von Rolf)


Airfix hat 2024 einen Bausatz eines RNLI-Seenot-Rettungsbootes aus der Shannon-Klasse als Standmodell im Maßstab 1:72 herausgebracht. Dieser Bausatz richtet sich an Anfänger im Modellbau. Das Vorbild ist eine Typklasse, die rund um die britische Insel inklusive Irland mit mittlerweile knapp 60 Booten im Einsatz ist (Stand 2026) und von der britischen Rettungsorganisation RNLI betrieben wird.


Für mich war dieses neue Boot die Herausforderung, aus einem kleinen Standmodell ein fahrfähiges Modell zu bauen. Zu den technischen Daten: das Original hat eine Länge von 13,6 m und eine Verdrängung von 17 t. Im Maßstab 1:72 bleibt dann nur noch eine Länge von knapp 19 cm und eine Verdrängung von ca. 46 g. Bei diesem geringen zulässigen Gewicht war klar, dass das fertige Modell diesen Wert bei weitem nicht erreichen wird, denn bereits die Teile aus dem Bausatz waren schwerer.


Die wichtigste Frage war die nach der Umsetzung des Antriebs. Das Original besitzt zwei Jets, die definitiv nicht originalgetreu nachgebildet werden können. Meine Wahl fiel auf den Microjet 12 von Harztec Modellbau, der mittig im Boot verbaut wurde. Aus Gewichtsgründen habe ich auf die Umkehrklappe verzichtet, das Boot wird also nur vorwärts fahren können.


Ein Microservo für die Ansteuerung der Düse, Mikromotor und passender Fahrtregler von SolExpert sowie ein günstiger Parkflyer-Empfänger komplettieren die Technik. Als Akku dient ein 1S-Lipo mit 150 mAh.


Nachdem der Jet montiert und verschliffen sowie die restliche Technik eingebaut war, konnte dann das Deck aufgesetzt werden. Dieses wurde vorher im Bereich der Kabine geöffnet, damit die Technik im Rumpf weiterhin erreichbar bleibt. Die einfache Kabinenausstattung mit ihren 5 Sitzen wird im Betrieb mit doppelseitigem Klebeband ausgesetzt, damit eine (hoffentlich hinreichende) Dichtigkeit gewährleistet ist.


Leider war das mitgelieferte Deckshaus als Fertigteil verzogen. Auch ein vorsichtiges Richten konnte den Verzug nicht komplett beseitigen. Entsprechend lässt es sich leider nicht exakt passend auf die Nuten im Deck aufsetzen. Durch Montage von Magneten am Deck (im hinteren Sitz) und dem Deckshaus ist sichergestellt, dass der Aufbau auch bei Wellengang auf dem Boot bleibt. Der Mast wurde mit LEDs für die nautische Beleuchtung ausgestattet.


Beim abschließenden Test zeigte sich, dass die zulässige Verdrängung bei knapp 100 g liegt, der maßstäbliche Zielwert also leider verdoppelt wurde. Trotzdem liegt das Boot optisch noch einigermaßen vernünftig im Wasser.