Vereinigung Hildesheimer Schiffsmodellbauer
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Modellbau seit 1967

Hier könnt Ihr einige Bauberichte unserer Mitglieder finden. Dazu einige wichtige Hinweise:

  • Zur Klarstellung der Beschreibungen werden an einigen Stellen Firmen- und Markennamen benutzt. Dieses geschieht definitiv nicht zu Werbezwecken, sondern zur Verdeutlichung von Zusammenhängen. Sollte sich jemand in seinen Rechten verletzt sehen, bitte um umgehende Mitteilung, damit hier eine andere Darstellung gewählt werden kann.
  • Die Berichte stellen die Meinung des jeweiligen Berichtenden dar. Die Meinung basiert auf dem Erfahrungsschatz und den Fähigkeiten/Möglichkeiten dieser Person und kann deshalb keine allumfassende objektive Darstellung sicherstellen.  

  Vielen Dank für Euer Verständnis für diese Hinweise.


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 Baubericht „Edda Flora“ von Klaus (Stand Frühjahr 2021):

Ich war auf der Suche nach einem interessanten RC-Modellschiff, welches nicht mehrfach auf dem Gewässer zu sehen ist. Mein letzter Modellbaukasten war die Vliesstroom von Krick, welche ich ganz sauber und gut nach Gebrauchsanleitung gebaut habe und die Farbgebung mit 2-K-Lack gelungen ist. Nach 2 Jahren war der Wunsch nun nach einem neuen Modell bei mir aufgekommen.

Nach reichlicher Überlegung und Zeitaufwand am Computer bei der Suche nach einem neuen Modell fiel mein Auge auf das Angebot von Uwe Bauer, die „Edda Flora“. Dies ist ein gut ausgestatteter RC-Modellbaukasten mit interessantem Antrieb (einem VSP-Antrieb) und 2 Bugstrahlrudern. Auf der Homepage von Bauer-Modell waren viele Detailfotos aus verschiedenen Perspektiven des neuen Modellbaukasten auf einem Blick zu sehen, und das erzeugte die Neugierde auf dieses Modell. So im Detail beschrieben, bebildert und vor allem mit allen Zubehörteilen beschrieben, um das Modell auszustatten, habe ich eine Produktvorstellung noch nirgends gesehen.

 Die Beschreibung des Modells war erstklassig, gut erklärt. So konnte ich mir einen Überblick über die Gesamtkosten eines solch aufwendigen, im Maßstab 1/75 ausgeführten Modells machen. Es waren stolze 2600,-- €, die für alle benötigten Bauteile, 2 Voith-Schneider-Antriebe mit neuen flachen Brushlessmotoren, 2 Bugstrahlruder, 4 Servos, 2 Seilwinden-Servos, 4 Brushlessregler, 2 Brushless-Motoren für die Bugstrahlruder, Nitrofarbensprays für die originale Farbgebung und den Baukasten der Edda Flora mit seinen vielen Zubehörteilen.

 Ein Telefonat mit Frau und Herrn Bauer untermauerte mein Gefühl, das Geld ist für ein gutes, detailreiches Modell gut angelegt. Auch bei späteren Anfragen wurde mir immer freundlich, sachlich und schnell weitergeholfen

 Nach einigen Tagen kamen ein riesiges Paket und ein kleineres Paket zu mir ins Haus. Nun war ich gespannt, was und wie alles verpackt war. Sehr saubere und gut 15 lasergeschnittene Baugruppenplatten aus GFK, ABS und Holz 35cm x 55cm einzeln verpackt, der Schiffsrumpf grandios 128cm x 28cm perfekt, absolut sauber ohne Fehlstellen, die hätten nachgearbeitet werden müssen. Was ich ebenfalls noch nie gesehen habe, sind in den GFK-Rumpf eingeprägte Bullaugen, Speigatten, Gangway-Schächte, ROV-Hangar und ROV-Tür. Klüsen und Scheuerleisten sind hervorgehoben, uvm.

 Die Positionsangaben für die Baugruppenteile, die alle ausgeschnitten werden müssen und nach den 5 Bauplänen in einer 1:1 Ausführung einzusetzen sind, waren sehr hilfreich. Die 5 Baupläne waren mit 1,65m bis 2,10m x 1,10m recht groß und bereiteten vor allem meiner besseren Hälfte des öfteren Kummer, da ich diese immer und überall ausgelegt hatte. Aber was soll`s, ich hatte dafür Baupläne, die sehr detailreich und 3-dimensional für jede Baugruppe des anzufertigen Modells auslagen.

 Die 3-jährige Bearbeitungszeit von Herrn Uwe Bauer hat sich für dieses Modell in allen Schritten und gelieferten Baugruppenteilen sehr vorteilhaft und durchdacht bemerkbar gemacht.

 Eine bebilderte CD mit über 100 Originalfotos von der Edda Flora, vom Innenausbau des Kapitänsstandes sowie vom Deck, dem Schwerlast-Kran auf dem Hinterdeck oder dem Monopool sind für die Arbeit am Modell sehr hilfreich, wenn die möglichen Sonderfunktionen zum Ausbau kommen sollen.

 Die Bauanleitung zu diesem Modell ist prima mehrfarbig mit entsprechenden Arbeitsschritt-Nummern bebildert und gut beschrieben, so dass ich bislang keine Probleme beim Zusammenbau bekommen habe. Das Modell wird auf der Homepage der Fa. Bauer für den erfahrenen Modellbauer empfohlen, was ich nachvollziehen kann.

 Es wird ferner auf die einzusetzenden Klebstoffsorten für die verschiedenen Materialien hingewiesen. Unter anderem wird hier auf die 2K-Kleber der Fa. Marston-Domsel MD Megabond 2000, 2030 und 3000 hingewiesen. Sie sind Hochleistungs-Kleber für 5min oder 30min Tropfzeit in pastöser Art, die für mich der Formel1-Kleber unter den vielen 2K-Klebern sind und die ich bislang noch nicht kannte. Eine ganz hervorragende Klebeeigenschaft muss ich hier bestätigen.

 Zu diesen 2K-Kleberkartuschen gibt es eine interessante Klebepistole mit 3 Einsätzen und 2 verschiedene einschraubbare Mischdüsen-Vorsätze, die automatisch die beiden Bestandteile Harz und Härter mischen, sodass man sofort einen feineren oder auch breiteren Klebestreifen auf das zu verarbeitende Modellbauteil zieht und in das Modell einklebt, ohne sich dabei die Finger zu verkleben. Sehr gut zu verarbeiten. Der Kleber hat hervorragende Klebeeigenschaften und ist nicht spröde, gut schleifbar und hat eine gewisse Flexibilität. Arbeitsblatt zu diesem Kleber ist auf der Homepage der Fa. Marston-Domsel unter MD 2000 u. 2030 zu finden.

 Zuerst habe ich im Rumpf die vielen Bullaugen, ca. 40 Stück, nach Anleitung vorgebohrt und anschließend mit einer Rundfeile auf Maß gerieben. Hier klebte ich anschließend Aluhülsen aus dem Elektrohandel in 6mm und 8mm ein, die sehr leicht und dünnwandig sind. Im Anschluß kamen die Durchbrüche wie Speigatt und Klüsen dran. Hierbei war auf das Höhenmaß zu achten, das ich mit einem alten Stahllineal als Höhenführung beim Einschleifen sicherstellte. Dadurch habe ich eine gerade Linienführung aller Bullaugen bekommen.

 Dieses Inspektions-, Wartungs- und Reparaturschiff ist speziell für den Betrieb in nördlichen Gewässern ausgelegt. Seine Hauptaufgaben sind ROT-Operationen mit Modulhandhabungssystemen, Inspektion und ROV-Operationen (ROV = remotely operated underwater vehicle/ferngesteuert operierendes Unterwasser-Gefährt), sowie RFO--Operationen. Es hat einen nach unten offenen Moonpool und einen Sonarschacht, der vom Deck aus über 2 Servos zu öffnen und zu schließen ist. Alle Teile hierfür sind exakt laserzugeschnitten und ich musste diese nur nach der Anleitung zusammenkleben und im Boden einkleben.

 Da das Modell 2 VPS (Voith Schneider Antriebe) Direktantriebe besitzt, klebte ich die Montageringe auf Maß ein. Eine Ruderanlage hat dieses Schiff nicht, hier steuern die VPS durch unterschiedliche Umdrehungen das Modell. Im Anschluß wurden die 2 Querstrom-Ruderausschnitte aufgefräst und die Ausströmrohre mit dem Getriebegehäuse waagerecht eingeklebt. Als Antrieb kommen hier Brushlessmotoren zum Einsatz, die mit 2 herausnehmbaren U-Profilen und PowerGrip-Kupplungen ausgestattet sind.

 Da das Modell ein Helideck besitzt, wurde das Backdeck eingepaßt. Zuvor wurden im Landedeck im Kreis die 20-LED Lämpchen als Beleuchtung eingesetzt und verkabelt. Ein klappbarer Bug-Mast mit 3 LED`s brachte mich fast zur Verzweiflung, aber nach 5 Tagen wiederholtem Zusammenbau mit 2 Mini-Servos funktioniert es. Die verschließbare Klappe muss sich in einem bestimmten Zeitraum öffnen, das 2. Servo klappt den Mast langsam hoch und umgekehrt senkt sich der Mast wieder in seine unter dem Backdeck liegende Kiste und das 1.Servo für die Klappe schließt mit einiger Verzögerung.

 Als nächste Aufgabe nahm ich das herausnehmbare Heckdeck in Angriff. Ein Schwerlastkran stand für mich mit seinen Funktionen an. Dieser sollte drehbar, der Kranausleger auf und ab beweglich sein und die zu hebende Last sollte ebenso funktionieren. Eine Beleuchtung mit LED`s kam hinzu. Die dem Bausatz beigelegten Laser-geschnittenen ABS-Teile wurden nach der guten Gebrauchsanleitung und den 5 Bauplänen (1,20m x 2,20m - diese stellten schon ein Platzproblem da), die exzellent bebildert und beschrieben sind, zusammengesetzt, gelötet (insgesamt 600 Messing-Bauteile in Spitzenqualität gelasert). Leider warte ich bereits 4 Monate auf einige weitere mechanische Bauteile für die Beweglichkeit von Herrn Bauer.

 Das Heckdeck besteht aus zugeschnittenem GFK, unterwärts eingeschäumt und mit Glasfaser verstärkt, damit keine Spanten verbaut werden müssen. Hier hinein wurde 1 mm starke Holzplanken für die Optik eingeklebt, zuvor musste das Heckdeck dunkelgrün eingefärbt werden. Hierzu nahm ich die empfohlenen Sprayfarben der Marke Belton spectral, eine Nitrofarbe, die scheinbar schlag-empfindlich zu sein scheint, mal abwarten. Die Moonpoolklappen mit den entsprechenden Servos wurden nach Plan eingebaut und verdrahtet. Die nächste Aufgabe war die herausnehmbare Rückwand mit den Aufgängen zu den Rettungsbooten. Entsprechend musste eine funktionelle Anpassung fürs Deck angebracht werden und die elektrische Verbindung zum Deck sowie der Rückwand eingeplant werden.

 Da das Heckdeck herausgenommen werden kann, musste ein sehr aufwendiges inneres Schanzkleid erarbeitet werden, das von der Heckbordwand komplett abgenommen werden kann. Wie die Dichtigkeit des Hecks erfolgen soll, ist mir noch nicht ganz klar, ich werde mich überraschen lassen. Ich glaube vielmehr, so ganz viele Modelle dieses Typs hat Uwe Bauer noch nicht verkauft, man liest über dieses Modell keine Bauberichte oder sonstige Informationen im Internet. Sein eigenes Modell ist auf der Modelbaumesse eher ein Mustertyp, aber nicht mehr.

 Da aber das Funktionsangebot bei diesem Modell recht umfangreich ist, macht es sehr viel Spaß, diese umzusetzen. Eines darf man hier nicht übersehen: der Preis hierfür ist sehr hoch (3500,-- €), wenn man alle Teile ausbauen möchte. Hierzu hat der 3D Hersteller Ray Haller in dem Maßstab 1/75 einiges als Funktionszubehör im Sortiment, vor allem die ROV`s, die im 3D Druck hergestellt sind und nach eigenen Wünschen mehr oder weniger funktionsfähig ausgestattet werden können, welches ich dann auch so gut ich konnte umgesetzt habe.

 Meine nächste Arbeit am Modell waren die ROV-Räume auf der Steuer- und Backbordseite, eine zu öffnende Außentür, sowie eine kleine Außentür, um den großen ROV mit ROV-Kran komplett zu montieren, eine Winde in den Kran einzubauen, um den großen ROV durch Herausfahren mittels Servo aus seinem Raum zu erreichen. Der ROV, ein Unterwasser-Roboter mit Beleuchtung, wird über den Getriebemotor der Winde bewegungsabhängig von der direkten Ansteuerung von einem Segelservos mit 4 Drehungen bewerkstelligt. Der ROV hat ebenfalls eine 3-fach weiße LED- Beleuchtung 3mm sowie 3 Micro-LED`s mit einem Durchmesser von 1mm in rot.

 Die ROV-Türen werden von 2 Mirco Servos von innen mit Stahldraht 0,6mm in den ROV Raum geführt und öffnen um 180 Grad.

 Auf der Backbordseite ist ein kleiner ROV, dessen Klappe sich um 180 Grad nach oben öffnen kann. Auch der kleine Kran kann diesen mit Beleuchtung aus dem Hangar heraus und anschließend nach vorne über die Backbordseite herausschieben. Ein Auf und Ablassen des ROV ist aus Platzgründen hier nicht möglich, dafür hat es ebenfalls eine Beleuchtung, ebenso der Kran.

 In den Sonarschacht kommt das bewegliche Sonar, welches mit einer 2-Umdrehungs-Segelwinde beweglich ist.

 Die Ankerklüsen wurden entsprechend der Baubeschreibung eingesetzt und mit 2 Alu-Röhren zu einer Segelwinde. zusammengeführt. Die Metall-Anker wurden aus Gewichtsgründen mit Bleisockel umgearbeitet und an die Klüsen passend angefertigt. Die Segelwinde läßt die Anker schnell abfallen und zieht diese langsam wieder hoch.

 Zur Steuerung des Modells verwende ich die Graupner Computer MZ 32, die sehr umfangreich ausgestattet ist. Die Bedienungsanweisung hat eine Gesamtstärke eines dicken Ordners. Hiermit ist so viel zu mischen, Zeitprogramme für Abläufe usw. einzustellen, das ist für den Funktionsmodellbau eine echte Bereicherung. Sie hat auch ein Modellschiffprogramm, welches eingestellt werden kann, um mit den Voith-Schneider-Motoren die Servos punktgenau abzustimmen usw.

 Jetzt kamen die Aufbauten des Steuerhauses an die Reihe. Diese Aufgabe erfordert viel Überlegung und ein gutes Auge für die Wahrnehmung der im Bauplan gezeichneten Abbildungen. Hier musste ich sehr häufig das zusammengebaute Teil wieder zerlegen, da sonst die Abstände später nicht passten. Da flog so einiges in den Papierkorb und wurde neu konzipiert. Hier waren die kleinsten Unregelmäßigkeiten beim Zusammenbau im Nachhinein eine mittelgroße Katastrophe. Im Übrigen habe ich die Teile, die ich aus eigener Idee gebaut habe, fast jedes zweimal angefertigt, weil dies oder das nicht funktionierte. Zum Beispiel waren die Ankerzuführungs-Aluröhrchen zu hoch eingebaut, so dass sich die mit Servos zu öffnenden Luken auf dem Vorschiff nicht mehr öffnen liessen, oder das Bugdeck sich nicht mehr komplett auf den Rumpf ankleben ließ. Ihr seht, das was ich mir so ausgedacht habe, ließ sich nicht ganz so einfach umsetzen und verwirklichen.

 Zwischenzeitlich hatte ich die 1. Etage des Steuerhaus angefertigt, einen Konferenzraum mit Besatzungsmitgliedern, Bildern und LED`s bestückt. Die Zwischendecke hatte ich ohne Probleme aufgeklebt, von innen her die Fensterdurchbrüche mit Klebestreifen innen zugeklebt, um weiter den Aufbau Etage für Etage in der vorgegebenen Farbe weiter zu spritzen.

 Die 2. Etage wurde nach Bauplan begonnen, auch hier wurde der vorhandene Innenraum mit einem eigenen Fußboden mit Mahagoniholzleisten belegt und die Einrichtung, bestehend aus mehreren Möbelteilen, zusammengesetzt, gespritzt und mit Besatzungsmitgliedern bestückt, die Instrumententafeln aus dem Internet kopiert und auf 1/75 verkleinert. Diese wurden entsprechend nach Plan befestigt und mit LED´s versehen.

 Das Wetter wurde nun auch wärmer, so dass ich auf dem Hof unter dem Schuppen den Rumpf einfärben konnte. Nachdem ich alles noch einmal feingeschliffen habe, habe ich die Wasserlinie nach Bauplanmaßen auf dem Rumpf aufgezeichnet und abgeklebt. Ich nutzte mein Klebeband, welches mir immer gute Dienste gebracht hat. Ich klebte also die Wasserlinie ab und entstaubte gründlich. Die Sonne war schon recht warm und ich stellte zum Durchtrocknen den Rumpf zusätzlich in die Sonne.

 Nach 2 Stunden versuchte ich das Klebeband abzuziehen. Das klappte auch prima, nur der Kleberest klebte nicht mehr am Klebeband sondern jetzt am Rumpf, Super, dachte ich so, nahm Dutzende von Reinigungsmitteln, Spiritus, Felgenreiniger, Waschbenzin usw. Zu scharf durfte der Reiniger auch nicht sein, sonst wäre eine scharfe Kante an der Wasserlinie nicht mehr vorhanden. Nach gut 3 Stunden fleissigem Reiben war alles gerettet.

 Die ROV-Räume wurden außen abgeklebt und hellgrau in mehrfachen Gängen eingesprüht. Hier kam nun das mitgelieferte 80 Grad Klebeband von Herrn Bauer zum Zuge. Aufgrund seiner Temperaturfestigkeit waren nunmehr keine Klebstoffrückstände mehr zu beobachten.

 Das abnehmbare innere Schanzkleid der Bordwände war mit einigen Mühen und Anpassungen nach 5 Tagen zum Einfärben fertiggestellt, es wurde mit blutorangener Sprayfarbe komplett eingefärbt und wird später auf die Innenseite der Bordwände aufgesteckt.

 Nachdem alle modelltechnischen Arbeiten beendet waren, wurde das Modell in einem selbstgebauten 1,90m x 0,90m großen Modellwasserbecken mit fertigen Bleiplatten 10cm x 10cm x 2,5cm (insgesamt 5 Bleigewichte) auf die Wasserlinie ausgetrimmt. Insgesamt sind 7,6kg Blei zum Beschweren mit beidseitigem Klettband im Rumpf verteilt eingepasst worden. Hierdurch ist ein realistisches Bild zum Original zu erkennen. Das unterstützt auch ein stabiles Schaukelverhalten des Modells mit seinen hohen Aufbauten bei stärkerem Wind und verhindert bei leichten/mittelstarken Winden das Durchkentern und den Untergang des Modells.

 Die ersten Fahrversuche machten ein gutes Fahrbild auf dem Teich, das Steuern und Traversieren (seitliches Versetzen) des Bootes gelingt perfekt, wenn alle VSP-Antriebspropeller richtig eingerichtet sind. Hierzu hat es aber doch den einen oder anderen Versuch gegeben, bis alles so in Ordnung ging. Die Motoren sind Brushless-Motoren (5 Antriebsschwerter senkrecht unter dem Heck), die ständig drehen und nur durch die Veränderung der Antriebsschwerter so den Antrieb erzeugen. Dieses System ist wesentlich effektiver als Diesel-/Schwerdieselmotoren und sie können auf der Hochsee bei hohen Wellen an den Ölförderplattformen den Wellengang so beeinflussen, dass diese Schiffe mit dem VSP-Antrieb ihn auf ein Minimum beschränken. Somit ist ein sauberes Entladen der benötigten Werkscontainer/Maschinen/Ersatzteile ohne großartige Wellenbewegungen auf die Ölplattform gegeben.

 

 

 Beschreibung der Funktionen der Edda Flora:

  •  Die Edda Flora ist ein Inspektions-, Wartungs- und Reparaturschiff. Die Reparaturen an Bohrinseln und Versorgungsleitungen erfolgen durch ROV und WORK-ROV.
  •  Der Voith Schneider Propeller ist ein vorbildgetreuer Modellantrieb, 2 dieser VSP stehen im Boot zur Verfügung, diese werden mit 7,2 V Lipos angetrieben.
  •  Das Modell ist im Maßstab 1:75 ausgeführt und ist 1266mm lang, 266mm breit und 528mm hoch.
  •  Der Rumpf und die Aufbauten sind aus glasfaserverstärktem Kunststoff und bereits geformt. Alle anderen Aufbauteile bestehen aus Polystyrol und fotogeätzten Messingteilen, die zu einem Ganzen zusammengesetzt, geklebt oder gelötet werden.
  •  Es sind 3 unterschiedliche ROV`s am Deck, die alle mehr oder weniger beweglich sind, abgelassen und wiederaufgenommen werden können. Für all diese Bewegungsabläufe sind 3 Funktionen am Sender gebündelt und elektronisch verknüpft.
  •  Ein funktionsfähiges Rettungsboot steht ebenfalls im Hangar und kann auf- und abgelassen werden und fährt in den Hangar selbständig zurück.
  •  Ein LARS-Handling-System für 30 t Module steht auf dem Hauptdeck. Das Moonpool kann ebenfalls geöffnet werden, darunter steht ein Lautsprecher, um Geräusche wie Nebelhorn, sonstige Bootsgeräusche usw. abzuspielen.
  •  Ein Arbeitskran mit mehreren Funktionen steht auf dem hinteren Hauptdeck, natürlich mit Rundumbeleuchtung.
  •  Beleuchteter Landeplatz auf dem Bug mit passendem Einsatzhubschrauber für aufkommende Notfallsituationen.
  •  Insgesamt wurden auf diesem Modell über 100 LED´s verbaut. Einige sind bei einem Kabelbrand leider auf der Strecke geblieben. Eigentlich sollten die einzelnen LED-Lichtgruppen über ein Graupner Digital System geschaltet werden, aber leider ist dieses Modul (3 Stück) auf Grund von Programmierungsproblemen z.Z. nicht nutzbar.
  •  Insgesamt sind 1,5 Jahre Bauzeit mit ca. 2500 Arbeitsstunden in das Modell eingeflossen.
  •  Die Gesamtkosten einschließlich der Elektronik, Zubehörteile und Lackfarben, Klebstoff usw. lagen bei ca. 5000,-- €.

 Das ist der heutige Stand meiner Arbeiten (Frühjahr 2021).